Franz und Clara von Assisi

Franz von Assisi und Klara von Assisi stehen für eine Spiritualität der Freiheit und Geschwisterlichkeit.
Hier findest du einen Einstieg in ihr Leben, ihren Beziehungsreichtum und den Geist, der bis heute inspiriert.
Verbunden waren sie durch Freundschaft, Vertrauen und eine gemeinsame Sehnsucht: frei sein vor Gott, einfach leben aus dieser Freiheit heraus und in Geschwisterlichkeit unterwegs – mit den Menschen und der ganzen Schöpfung.


Franz von Assisi – unterwegs in Freiheit

Franz wächst in Wohlstand und Sicherheit auf. Anerkennung, Erfolg und ein geregeltes Leben scheinen für ihn vorgezeichnet. Doch Krisen, Krankheit und die Begegnung mit Armen bringen ihn dazu, sein Leben neu auszurichten.

In der Erfahrung einer Nähe Gottes, die ihn tief berührt, erkennt Franz eine neue Orientierung für sein Leben. Er lässt Besitz und Absicherung los und macht sich auf den Weg.

Seine Spiritualität ist geprägt von Freiheit durch Loslassen: nichts festhalten, um offen zu bleiben – für Menschen, für die Schöpfung und für die immer neue Begegnung mit Gott.

Franz lebt eine radikale Geschwisterlichkeit. Er spricht vom „Bruder Wolf“ und von der „Schwester Lerche“, setzt auf Frieden statt auf Gewalt und sucht Nähe statt Macht.

Poetisch, unbequem und für alle sichtbar wird Franz zu einer Gestalt, die bis heute inspiriert – weit über kirchliche Grenzen hinaus.


Clara von Assisi – klar und unbequem

Klara wächst in einem adligen Umfeld auf, geprägt von klaren Erwartungen an ihr Leben. Zugleich ist sie früh sozial wach und religiös sensibel. Sie erlebt eine tiefe Nähe zu Gott, die ihr Halt und Orientierung gibt.

Sie entscheidet sich bewusst für ein anderes Leben – jenseits der vertrauten Formen ihrer Zeit. In der Begegnung mit Franz findet sie Inspiration, geht jedoch bald ihren eigenen Weg: konsequent, klar und innerlich frei.

Klara wählt ein Leben in Gemeinschaft und Stille. Nicht als Rückzug, sondern als Ausdruck innerer Freiheit. Unter den Bedingungen ihrer Zeit baut sie Gemeinschaft auf und ringt beharrlich um das, was ihr wesentlich bleibt.

Sie kämpft um Eigenständigkeit, Anerkennung und um die Freiheit, ihren Weg als Frau innerhalb der Kirche zu gehen – getragen von einem radikalen Vertrauen in Gottes liebende Zuwendung.

So wird Klara zur geistlichen Mitte einer eigenständigen Gemeinschaft von Frauen in Assisi.
Ihre Stärke liegt in Klarheit, Beziehung und Treue zum eigenen Weg.


Was sie verbindet

Freiheit

Frei werden von dem, was einengt: Besitz, Erwartungen, Angst.
Wer sich getragen weiß, muss nicht alles festhalten oder kontrollieren.

Geschwisterlichkeit

Beziehung auf Augenhöhe – mit Menschen, mit der Schöpfung, vor Gott.
Gemeinschaft entsteht aus gemeinsamem Hören und Vertrauen, nicht aus Macht oder festen Rollen.

Einfach leben

Nicht aus Zwang, sondern aus Vertrauen.
Weniger festhalten, klarer werden, wacher leben – um Raum zu schaffen für das, was wirklich zählt.


Impuls

Franziskus in San Damiano, F. Bacci, Foto: Friedel Gerda

Franz und Klara laden ein, sich selbst zu fragen:

– Was macht mich wirklich frei?
– Was brauche ich zum Leben – und was nicht?
– Wie kann Gemeinschaft tragen, ohne einzuengen?
– Wer oder was gibt mir Halt, besonders in schweren Zeiten?


Weiteres entdecken

Vertiefende Texte, Filme, Musik, spirituelle Impulse und Bildungsangebote zu Franz und Klara findest du auf der Seite → Materialien

INFAG Deutschland – Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft:
https://www.franziskanisch.net

TAU-Team Schweiz:
https://www.tauteam.ch

Ausführliche Literaturempfehlungen unter der INFAG-Webseite:
https://www.franziskanisch.net/materialien-und-medien/literatur/